Author picture

Warum wir nichts inszenieren – unsere Haltung zur dokumentarischen Arbeit

Was bedeutet „nicht inszenieren“ überhaupt? Der einzige Grund, also die einzige Sache, wo es wirklich rechtlich bindend ist, dass ihr sagt: ihr seid Doku und ihr macht Dokus, ist, wenn ihr bei einem Award mitmacht – also wenn ihr euer Bild einreicht bei einer dokumentarischen Ausschreibung. Dann ist es natürlich rechtlich bindend. Dann muss es so sein, dass ihr nicht angeleitet habt, nicht das Licht verändert habt, nicht irgendwas gemacht habt.

Das ist uns ganz wichtig: DOKUMENTARISCH zu fotografieren ist keine Regel, kein Dogma, kein Gesetz. Es ist eine Haltung. Eine Entscheidung, wie wir mit den Menschen umgehen, die wir fotografieren.

Dokumentarische familienfotos

Niemand verbietet euch, Licht anzumachen oder jemandem zu sagen, wo er stehen soll.
Aber wir tun es nicht, weil wir glauben, dass dann etwas verloren geht – etwas, das wir mit Worten kaum greifen können: Diese Echtheit, die nur entsteht, wenn Menschen sich nicht beobachtet, sondern gesehen fühlen.

Für uns ist es so: Wir arbeiten dokumentarisch nicht wegen der Regeln, sondern weil uns die echten Momente interessieren. 

 

Uns interessieren Beziehungsmomente, echte Interaktionen, echte Liebe. Das ist der Kern unserer Arbeit. Wenn eine Familie sich liebt, streitet, lacht, müde ist, kuschelt – das alles sind Formen von Nähe, die wir zeigen wollen.

 

Und die können nur entstehen, wenn wir sie nicht stören.


In dem Moment, in dem ich bei einer Familie bin und ich stelle was weg oder ich mache das Licht an oder aus – dann kommen sie raus aus dem Headspace, den wir versuchen zu halten. Und das ist so wichtig, dass sie merken: Wir sind richtig, so wie wir sind. Wir dürfen einfach sein.

Dokumentarische familienfotos Berlin

Wenn eine Familie uns vertraut, entsteht ein Raum – fast wie eine kleine Blase – in dem sie sich nicht beobachtet, sondern gehalten fühlt. Wir nennen das den dokumentarischen Raum.

Er ist zart. Er zerbricht sofort, wenn wir eingreifen. Ich glaube, die meisten, die vorher Lifestyle oder Studio gearbeitet haben, müssen erst einmal ein Unlearning machen.

Man muss es schaffen, sich dem Chaos zu öffnen und das als Chance zu sehen.


Wenn du bisher eher Lifestyle fotografiert hast – also mit Anleitung, Lichtsetzung, Posing, dann ist dokumentarisches Arbeiten am Anfang oft unbequem.

In der dokumentarischen Arbeit gibt es keine Sicherheiten. Du weißt nie, ob der Moment „passiert“, ob das Licht stimmt, ob es funktioniert.

„Was kommt jetzt? Das könnte etwas sein. Ich habe eine Vision – das könnte meine Komposition sein. Und dann – vielleicht passiert gar nichts. Nichts. Weg.

Dokumentarische familienfotos am Spielplatzt

Das heißt: Wir müssen ständig aufbauen und wieder loslassen, aufbauen, loslassen. Das ist der einzige Weg, wie wir so arbeiten können.

Dieses ständige Aufbauen und Loslassen ist das Herz der dokumentarischen Arbeit. Wenn du es gewohnt bist, ein Shooting zu planen, aufzubauen und durchzuführen, dann ist das Loslassen am Anfang eine echte Herausforderung.


Und ja, manchmal denkst du: „Scheiße, es ist nicht passiert. Meine Vision hat nicht funktioniert.“Aber genau dort, in diesem Nicht-Passieren,  liegt der eigentliche Zauber.

Du gibst Kontrolle ab. Du lässt Dinge passieren. Und das fühlt sich manchmal an wie „Ich mache nichts“. Aber genau das ist es: Die Kunst liegt darin, nicht zu tun, sondern zuzulassen.
Das Chaos, das Ungeplante, das Echte.Je mehr du loslässt, desto näher kommst du an die Wahrheit. Und das spürt man später in deinen Bildern.

Wir machen das nicht wegen der Regel. Wir machen das, damit diese echten Momente passieren können.

Bindungsorientierte Familienfotografie: Wie du echte Verbindungen sichtbar machst, ohne Anweisungen, aber mit tiefem Verständnis

Wenn du dokumentarisch arbeiten willst und genau dieses „Nicht-Eingreifen“ wirklich lernen möchtest, dann findest du hier mehr Infos zum Intensivkurs und du kannst dich direkt auf die Warteliste setzen!

Unsere letzten Beiträge

Familienfotografin werden ohne Kindergesichter zu zeigen

Familienfotografin werden ohne Kindergesichter zu zeigen

Kannst du Familienfotografin werden, ohne Kindergesichter zu zeigen? So baust du ein starkes Faceless-Portfolio auf und gewinnst passende Familien.

Im Moment sein und trotzdem fotografieren: Wie du echte Momente mit deinen Kindern festhältst, ohne Nähe und Verbindung zu verlieren.​

Im Moment sein und trotzdem fotografieren: Wie du echte Momente mit deinen Kindern festhältst, ohne Nähe und Verbindung zu verlieren.​

Musst du dich entscheiden zwischen im Moment sein und fotografieren? Erfahre, wie du deine Kinder fotografierst und trotzdem im Moment…

Wie du Kinder natürlich fotografieren kannst statt „Sag mal Spaghetti“ Bilder zu machen

Wie du Kinder natürlich fotografieren kannst statt „Sag mal Spaghetti“ Bilder zu machen

Warum „Sag mal Cheese“ echte Erinnerungen verändert und wie du natürliche Momente deiner Kinder festhältst. Lerne, wie du Kinder fotografierst…

Chat