Gute Familienfotos bei wenig Licht ohne Blitz machen
Meine besten Tipps als dokumentarische Familienfotografin für das Fotografieren von Kindern und Familien in dunklen Räumen

Wir sind nicht morgens aufgewacht und haben beschlossen: So, ab heute machen wir Business-Fotografie. Im Gegenteil. Wir kamen aus der Familienfotografie, aus Geburten, Wochenbetten, Wohnzimmern, Küchen, Kinderzimmern, aus all diesen echten, vollen, manchmal chaotischen Momenten. Business-Fotografie war in unserem Kopf lange etwas anderes. Menschen vor Wänden. Nie wissen wohin mit den Händen. Ihr wisst schon. Genau das, worauf wir überhaupt keine Lust hatten.


Und dann haben Menschen uns trotzdem dafür angefragt.
Und das waren so coole Unternehmen, die uns genau wegen unserer Art der Fotos haben wollten. Nur halt als Businessfotos. Leute die super nachhaltige und neuartige Ideen hatten und die auch keine Lust auf Businessfotos hatten, die null überhaupt garnicht nach ihnen und ihren Ideen aussehen.
Genau darüber haben wir schon in unserem Blogpost „Warum Familienfotografen auch Business-Portraits anbieten sollten“ geschrieben. Da geht es vor allem darum, dass deine FamilienkundInnen oft viel näher an deinem nächsten Businessauftrag dran sind, als du denkst. Sie kennen dich schon. Sie wissen, wie du arbeitest. Warum sollten sie also für ihre Website plötzlich jemanden buchen, bei dem sie wieder komplett bei null anfangen?


Hier soll es aber noch um einen anderen Aspekt gehen, den wir euch gern nahe legen möchten! Denn es sind nicht nur deine bisherigen FamilienkundInnen, die Businessfotos brauchen. Es gibt unglaublich viele Unternehmen, die Familien erreichen möchten: Babykleidungslabels, Hebammenpraxen, Doulas, Kinderläden, Familienhotels, Spielzeugmarken, Tragetuchhersteller, Kinderbuchverlage, Elternkurse, Familiencafés, kleine Labels rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.
Und all diese Unternehmen brauchen Fotos. Für Websites, Kataloge, Social Media, Newsletter, Werbung, Presse. Und richtig viele von denen wollen authentische, echte, nahbare Bilder. Und genau das kannst du als Familienfotografin. Das ist kein komplett neues Feld, für das du deine Arbeit einmal umkrempeln musst. Es ist eher so: Du nimmst deinen Blick mit an einen anderen Ort. Und ziemlich viele Unternehmen warten genau darauf, auch wenn sie es vielleicht noch nicht so formulieren können.



Du musst für solche Aufträge nicht komplett neu anfangen. Wenn du dokumentarisch Familien fotografierst, hast du das längst geübt. Viele KundInnen wollten ausdrücklich keine klassischen Businessbilder. Bei Räubersachen hieß es zum Beispiel sinngemäß: Wir wollen niemanden, der hier alles aufstellt. Wir wollen, dass du uns so fotografierst, wie du Familien fotografierst.
Viele Firmen brauchen nicht einfach Produktfotos, sie brauchen Familiengeschichten
Ein Tragetuch kann perfekt ausgeleuchtet im Studio hängen. Aber wenn ein Baby darin einschläft und der tragende Elternteil endlich zwei Hände frei hat, bekommt man eine Verbindung dazu, was das für einen selbst bedeuten würde, so ein Tragetuch zu haben.


Als Familienfotografin hast du hier einen echten Vorteil. Du kennst Familien. Vielleicht hast du sie schon fotografiert, vielleicht folgen sie dir schon lange, vielleicht wissen sie einfach: Bei dir müssen sie nicht funktionieren. Sie vertrauen dir, und dieses Vertrauen kann kein Unternehmen mal eben einkaufen.
Aber dieser Vorteil bringt auch Verantwortung. Wenn Kinder für Unternehmen fotografiert werden, braucht es klare Absprachen, schriftliche Einverständnisse und eine wirklich faire Gegenleistung.


Werbung erzählt ständig, wie Familie angeblich aussieht. Schlanke Mutter, helles Wohnzimmer, lächelnde Kinder, ein Vater, der vielleicht auch mal kurz durchs Bild läuft, alles weich, sauber, ultra stereotyp. Keine Gleichberechtigte Elternschaft, keine Väter in Carearbeitsaufgaben, keine Queeren Familien, keine vielfältigen Körperformen und Familienmodelle, wie sie im echten Leben stattfinden.
Bilder prägen in uns, was wir für normal halten. Als Familienfotografin kannst du Unternehmen helfen, andere Familienbilder zu zeigen: verschiedene Körper, verschiedene Familienformen und gleichberechtigte Elternschaft. Wir glauben wirklich, dass die Unternehmenswelt diesen Blick dringend braucht. Familien brauchen Bilder, in denen sie sich wiederfinden können. Und manchmal beginnt genau da schon Veränderung.

Mach nicht einfach ein schönes Foto vom Kinderstuhl. Fotografiere, wie ein Kind morgens verschlafen darauf klettert, während daneben jemand Kaffee trinkt und versucht, den Tag zu starten.
Fotografiere nicht nur die Babydecke. Fotografiere, wie sie im Wochenbett auf dem Sofa liegt: neben kleinen Füßen, kaltem Tee und dieser weichen, müden Liebe der ersten Tage.
Das ist der Unterschied. Du fotografierst keine Dinge. Du fotografierst, warum sie für Familien wichtig werden.

Welche FamilienkundInnen von dir sind selbstständig? Welche kleinen Marken nutzt du selbst, liebst du wirklich, würdest du auch ohne Kooperation empfehlen?
Such dir keine Firma, nur damit du „Business“ fotografierst. Such dir ein Unternehmen, bei dem du sofort Bilder im Kopf hast. Wenn du auf die Website schaust und denkst: Oh, da könnte man so viel echter erzählen, dann bist du wahrscheinlich auf einer guten Spur.

In unserer kostenlosen Business-Fotografie-Masterclass zeigen wir dir in drei Schritten, wie du deine ersten Business-Portfolio-KundInnen findest, ansprichst und fotografierst, ohne dich zu verstellen oder plötzlich komplett anders zu arbeiten.
Du lernst, wie du passende Unternehmen auswählst, wie du sie anschreibst, ohne dich dabei komisch zu fühlen, und wie du dein erstes Portfolio-Shooting so vorbereitest, dass du mit Bildern nach Hause kommst, die du wirklich zeigen möchtest.
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Kontakt: workshop@chiara-und-marcia-fotografie.de