Analoge Fotografie, Erinnerungen und der eigene Blick – Interview mit Lisa Lange
Analoge Fotografie, Erinnerungen und ein eigener Blick: Fotografin Lisa Lange über Handwerk, Mutterschaft und die Kraft persönlicher Bilder.

Natürliche, dokumentarische Familienfotografie ist eine wunderbare Art, die Liebe und Verbundenheit einer Familie festzuhalten. Doch was passiert, wenn das Licht nicht optimal ist?
In diesem Blogpost möchten wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, wie man bei schlechtem Licht fotografieren kann, um trotzdem grossartige und natürliche Fotos zu bekommen.


Natürliches Licht ist ideal für dokumentarische Familienfotografie. Im Idealfall sollten wir versuchen, das natürliche Licht in Innenräumen zu nutzen, indem wir unsere Fotoshootings am Tag planen, wenn das Licht am hellsten ist.
Es kann aber auch schwierig sein, das Licht in Innenräumen zu kontrollieren, insbesondere wenn es bewölkt oder dunkel ist.
In der dunklen Jahreszeit oder in dunklen Wohnungen zu fotografieren kann eine Herausforderung sein. Doch mit einigen einfachen Tipps und Tricks ist es auch bei wenig Licht möglich, wunderschöne Bilder zu machen, die die Stimmung und Atmosphäre einfangen.
Versuche, das vorhandene Licht in der Wohnung bestmöglich zu nutzen. Positioniere deine Kamera so, dass du das natürliche Licht von Fenstern oder Türen einfangen kannst. Wir als dokumentarische FotografInnen greifen nicht in das vorhandene Licht ein, wir machen also nicht extra Licht an oder bringen extra Licht mit. Deswegen müssen wir mit den verschiedensten Lichtsituationen umgehen können, in dem wir unsere Kameraeinstellungen dazu anpassen.


Eine grosse Blendenöffnung (kleiner f-Wert) lässt mehr Licht auf den Sensor deiner Kamera. Das kann dazu beitragen, dass du auch bei schlechten Lichtverhältnissen ausreichend belichtete Bilder erhältst. Allerdings solltest du darauf achten, dass die Tiefenschärfe nicht zu gering wird und wichtige Details unscharf werden.
Eine hohe ISO-Einstellung erhöht die Empfindlichkeit des Sensors deiner Kamera. Dadurch wird das Bild rauschiger, aber es lässt sich mehr Licht einfangen. Experimentiere mit verschiedenen ISO-Einstellungen und achte darauf, dass das Bild nicht zu stark rauscht.


Bearbeite die Bilder nach der Aufnahme, um die Belichtung und Farben anzupassen. Mit Programmen wie Lightroom oder Photoshop kannst du Bilder aufhellen, Kontrast anpassen und Farben intensivieren. Achte darauf, dass du die Bilder nicht zu stark bearbeitest, um die natürliche Stimmung zu bewahren.
Fotografieren bei schlechtem Licht kann eine Herausforderung sein, aber mit einigen Tipps und Tricks lassen sich auch in dunklen Wohnungen im Winter wunderschöne dokumentarische Familienfotos machen. Probier es einfach aus und experimentiere mit den Einstellungen deiner Kamera.
Eine grössere Blendenöffnung (kleinere Blendenzahl) ermöglicht mehr Licht in das Objektiv zu gelangen und ist daher eine gute Option, um bei wenig Licht zu fotografieren. Eine höhere ISO-Empfindlichkeit kann ebenfalls helfen, das Bild heller zu machen, aber führt oft zu mehr digitalem Rauschen. Einige Kameras verfügen auch über Bildstabilisierungsfunktionen, die bei schlechten Lichtverhältnissen helfen können.


Um Verwacklungen zu vermeiden, kannst du eine höhere Verschlusszeit wählen. Wir empfehlen beim fotografieren von Kindern mindestens 1/250 um sicher zu gehen, dass keine Bewegungsunschärfe entsteht. Du kannst auch versuchen, deinen Körper zu stabilisieren, indem du dich an einer Wand oder einem Tisch abstützt.
Das digitale Rauschen kann bei höheren ISO-Empfindlichkeiten ein Problem sein, besonders bei Kameras mit kleineren Sensoren. Einige Kameras bieten Rauschunterdrückungsoptionen, die helfen können, das Rauschen zu reduzieren, aber dies kann auch zu einem Verlust von Details im Bild führen. Eine andere Option ist, das Bild in der Postproduktion zu bearbeiten, um das Rauschen zu reduzieren.


Wenn du bei wenig Licht fotografierst, kann es schwieriger sein, den Fokus richtig einzustellen. Einige Kameras verfügen über eine automatische Fokusfunktion, die bei schlechten Lichtverhältnissen helfen kann. Eine andere Möglichkeit ist, manuell zu fokussieren, indem du den Fokus auf das Motiv richtest und dann die Schärfe manuell einstellst. Es kommt vor, dass bei wenig Licht das automatische Scharfstellen nicht funktioniert und man auf das manuelle umstellen muss.
ISO ist eine der drei grundlegenden Einstellungen in der Fotografie, die für die Belichtung eines Fotos verantwortlich sind. Die anderen beiden Einstellungen sind die Blende und die Verschlusszeit.
ISO bezieht sich auf die Empfindlichkeit des Kamera-Sensors gegenüber Licht. Eine höhere ISO-Einstellung bedeutet, dass der Sensor empfindlicher auf Licht reagiert, was dazu führt, dass mehr Licht auf den Sensor trifft. Eine niedrigere ISO-Einstellung hingegen bedeutet, dass der Sensor weniger empfindlich auf Licht reagiert, was zu weniger Licht auf dem Sensor führt.
Wie du hier in den Einstellungen sehen kannst, gehen wir mit dem ISO durchaus auch mal bis 10000 oder sogar höher!


Die Blendenöffnung bestimmt die Menge des einfallenden Lichts und die Schärfentiefe des Bildes. Bei schlechtem Licht ist es ratsam, eine grosse Blendenöffnung zu verwenden, um mehr Licht in die Kamera zu lassen. Allerdings verringert sich bei einer grossen Blendenöffnung die Schärfentiefe, wodurch nur der fokussierte Bereich des Bildes scharf abgebildet wird.
Selbst mit den besten Einstellungen kann es sein, dass die Fotos noch nicht perfekt aussehen.
Aber keine Sorge, mit ein paar einfachen Schritten in der Nachbearbeitung kannst du das Beste aus deinen Bildern herausholen.
Das Erhöhen der Belichtung ist der einfachste Weg, um dunkle Bilder aufzuhellen. In den meisten Bildbearbeitungsprogrammen findest du die Belichtungseinstellungen unter “Helligkeit” oder “Exposure”. Erhöhe die Belichtung langsam, um ein Überbelichten zu vermeiden.


Bei hohen ISO-Einstellungen kann Rauschen in den Bildern auftreten. Um das Rauschen zu reduzieren, kannst du in der Nachbearbeitung den Filter “Rauschunterdrückung” verwenden. Achte aber darauf, dass du das Rauschen nicht zu stark reduzierst, da dadurch Details verloren gehen können.
Schlechtes Licht kann die Farben auf den Fotos verfälschen. Um die Farben anzupassen, kannst du den Weissabgleich in der Nachbearbeitung anpassen. Wenn das Bild zu warm ist, kannst du den Weissabgleich in Richtung Blau verschieben und andersherum. Oder du gehst mit der Pipette auf einen weißen/neutralen Punkt in deinem Bild für den automatischen Weißabgleich.
Diese Tipps können dir helfen, das Beste aus deinen Bildern bei schlechtem Licht herauszuholen.



Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass es dir nicht nur um ein paar Tipps für schwieriges Licht geht, sondern darum, in allen Lichtsituationen sicher im manuellen Modus zu fotografieren, dann ist genau das Teil unseres Elternkurses.
Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine Kamera wirklich im Griff hast – egal ob Abendsonne, Mittagslicht oder Kerzenschein.Und weil ein gutes Foto nicht mit dem Klick endet, geben wir dir auch einen ehrlichen Einblick in unsere Nachbearbeitung: wie wir Hauttöne weich und natürlich aussehen lassen, wie wir Farben ins Gleichgewicht bringen, ohne Presets, sondern mit einem klaren Workflow, den du selbst anwenden kannst.
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