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Fotografie-Bullshit-Bingo: Die Sätze, die wir nicht mehr hören wollen

In unserem Alumni-Circle, in dem wir uns regelmäßig mit Fotografinnen im Zoom treffen und in unserer Gruppe über allerhand Themen austauschen, kommt immer wieder ein Thema auf, das uns alle betrifft – und das viel mehr mit uns macht, als wir auf den ersten Blick denken würden:

Blöde Sprüche, die unsere Arbeit entwerten. Kommentare, die uns das Gefühl geben, unsere Arbeit rechtfertigen oder erklären zu müssen. Und diese Momente, in denen wir uns wünschen, schlagfertig reagieren zu können – doch stattdessen erst später in der Dusche die perfekte Antwort formulieren.

Bullshit Bingo für Fotografen

Von Glaubenssätzen bis Patriarchat: Die Muster dahinter

 

Wir haben diese Sätze gesammelt, sortiert und analysiert. Welche Arten von Sprüchen sind das? Von wem kommen sie? Liegt es an tief verwurzelten Glaubenssätzen über Kreativität und Arbeit, am internalisierten Kapitalismus, der uns beigebracht hat, dass Kunst keinen „echten Wert“ hat? Oder ist es Mansplaining, das von Männern an Frauen gerichtet wird, mit einem kräftigen Nicken in Richtung Patriarchat? Und was bedeutet das für uns als Fotografinnen, die in einem Feld arbeiten, das ohnehin oft von Klischees und Abwertungen durchzogen ist?

Unsere Antwort: Kategorisieren, analysieren, reagieren


Wir haben Kategorien gefunden, die dahinter liegenden Muster erkannt und vor allem Antworten formuliert – Antworten, die nicht nur schlagfertig sind, sondern auch die zugrunde liegenden Problematiken ansprechen und mit Stärke und Klarheit darauf reagieren.

Dieser Prozess hat mir geholfen, diese Sprüche in einem neuen Licht zu sehen und mich besser vorbereitet zu fühlen, wenn ich sie das nächste Mal höre. Vielleicht findest auch du hier etwas, das dir hilft, wenn du wieder vor einer solchen Situation stehst – sei es mit einem Kunden, einem Kollegen oder einem Familienmitglied. Lass uns gemeinsam daran arbeiten, diese Narrative zu ändern!

Verletzende Sätze, die fehlende Wertschätzung ausdrücken

  • “Deine Kamera macht aber schöne Bilder.”

  • “Fotografiererei – das ist doch kein richtiger Job.”

  • “Du hast es gut, drückst ein paar Mal auf den Auslöser und kassierst hunderte Euro dafür.”

  • “Kann man davon überhaupt leben?”

  • “Was machst du beruflich/eigentlich?”

  • “Mein iPhone kann das auch.”

  • “Ich habe auch mal einen Fotokurs gemacht.”

  • “Meine Kamera hat xx Euro gekostet (und ist besser, teurer, professioneller)”
Bullshit Bingo für Fotografen

Ausbeutung wie z.B. von Magazinen und anderen, die deine Bilder nutzen, selbst damit Geld verdienen aber dich als Fotografin nicht bezahlen

Bullshitbingo für Fotografen, Fotografin mit Kamera
  • “Wir können dir jetzt leider nichts bezahlen, aber beim nächsten Projekt gibt’s ein Budget für den Fotografen und dann bist du auf jeden Fall dabei!”

  • “Wir suchen hochwertige Fotos für unsere Website. Wir nennen als Bezahlung deinen Namen.”

  • “Zahlen kann ich dir nichts für die Bilder, aber ich habe ein super Netzwerk, da werde ich dich auf jeden Fall weiterempfehlen!”

  • “Können wir das als TfP machen?”

  • “Wir drucken deine Bilder in unserem Magazin/Zeitung, das ist super Werbung für dich”

  • “Wir drucken deine Bilder und schreiben deinen Namen dazu, super Werbung für dich”

  • “Wir nutzen deine Bilder und verlinken dich, super Werbung für dich”
  • “Ich arbeite so gern mit FotografInnen zusammen! Ich unterstütze mit meinem Business immer FotografInnen, die für meine Events umsonst fotografieren und dafür bekommen die ja dann die Reichweite! Das ist eine ganz tolle Zusammenarbeit immer!”

Mögliche Antworten auf Ausbeutung – wie zb. bei Magazinen:

„Es ist erstaunlich, wie oft in kreativen Berufen davon ausgegangen wird, dass Arbeit keinen Wert hat, wenn sie mit Leidenschaft gemacht wird – oder dass ich als Künstlerin ‚einfach dankbar‘ für jede Gelegenheit sein sollte. Das zeigt, wie tief verankert die Idee ist, dass kreative Arbeit keine echte Arbeit sei und nicht denselben Respekt verdient wie andere Berufe. Ich möchte dir mitgeben, dass meine Zeit, mein Wissen und meine Erfahrung genauso wertvoll sind wie die anderer Fachkräfte.

 

Wenn jemand ÄrztInnen konsultiert, würde er sicher nicht fragen, ob er kostenlos behandelt werden kann, weil er die Praxis weiterempfiehlt. Ebenso zahlt man im Restaurant für das Essen und erwartet nicht, dass der Koch sich mit ‚Sichtbarkeit‘ oder ‚Erwähnung auf der Speisekarte‘ zufriedengibt.

 

Ausserdem seid ihr gesetzlich verpflichtet Fotografinnen immer als UrheberInnen ihrer Werke zu nennen. Das bedeutet, dass die Nennung meines Namens bei meinen Bildern eine Selbstverständlichkeit ist und keine ‚besondere Gegenleistung‘. Sie ist ein Grundrecht und kein Ersatz für faire Bezahlung. Empfehlungen und positive Werbung für meine Arbeit schätze ich sehr, aber diese allein reichen nicht, um meinen Beruf auszuüben. Meine Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten kann ich nur bezahlen, wenn meine Arbeit entsprechend vergütet wird.“

 

 

Kommentare von Freunden und Familie mit fehlender Wertschätzung

Wenn abwertende Kommentare von den Menschen kommen, die uns am nächsten stehen, trifft das besonders hart. Familie und Freunde sollten uns eigentlich stärken, und doch erleben viele von uns, dass gerade sie unsere kreative Arbeit belächeln oder infrage stellen. Sätze wie „Das ist doch nur ein Hobby“ oder „Du kannst doch einfach ein paar Bilder machen“ sind nicht nur abwertend, sondern untergraben das, was wir uns beruflich erarbeitet haben.

Bullshit Bingo für Fotografen Fotografin in Berlin
Bullshit Bingo für Fotografen: Fotografin in der Sonne

Häufig liegt das an gesellschaftlichen Prägungen durch das Patriarchat und den Kapitalismus. Kreative Berufe – insbesondere wenn Frauen sie ausüben – werden oft als unsicher und wenig wertvoll angesehen. Diese Haltung wird uns allen vermittelt und führt dazu, dass Eltern, Freundinnen oder Partnerinnen sich Sorgen um unsere finanzielle Sicherheit machen. Doch diese Sorgen, ungefiltert geäußert, werden zu Kommentaren, die unsere Arbeit abwerten. Sie zeigen nicht das Vertrauen in unsere Fähigkeiten, das wir uns von unseren Liebsten wünschen.

Wenn wir diese Prägungen erkennen, hilft es, solche Kommentare einzuordnen. Aber das ändert nichts daran, dass sie verletzend sind – denn gerade von Familie und Freunden hoffen wir auf Anerkennung und Unterstützung. Es ist wichtig, dass wir lernen, diese Dynamiken zu benennen und Grenzen zu setzen, um uns und unseren Weg in kreativen Berufen zu schützen.

Fehlende Wertschätzung von Freunden und Familie: diese Sätze wollen FotografInnen nicht hören

  • “Du bist herzlich zu meiner Hochzeit eingeladen! Kannst du deine Kamera mitbringen?”

 

  • “Kannst du die Fotos von unserem Hochzeitsfotograf bearbeiten? Der Fotograf war zwar günstiger, aber deine Bearbeitung ist besser.”

  • “Schon super deine Fotos, aber verrückt, dass deine Kunden da so viel Geld für ausgeben.”

  • “Wie kannst du deinen richtigen Job für sowas aufgeben?”

  • “Du hast das doch nicht gelernt.”

  • “Das ist doch brotlose Kunst.”

  • “Wer würde denn für sowas zahlen? Solche Fotos kann doch jeder mit seinem Handy selbst machen.”

  • “Das will doch niemand sehen – Geburt, Stillen, Alltag, so was fotografiert man doch nicht.”

  • “Muss man denn heute wirklich alles fotografieren?”

  • “Sowas ist privat! Das sollte man nicht auf Fotos haben.”

  • “Du kannst doch einfach mitkommen und nebenbei ein paar Bilder machen.”

  • “Fotografie ist doch eher ein Hobby, kein Beruf.”

Wie mit verletzenden Kommentaren von Freunden und Familie umgehen?

Eine mögliche Antwort auf verletzende Kommentare von Freunden und Familie könnte so aussehen:



„Interessant, dass bei kreativen und künstlerischen Berufen oft infrage gestellt wird, ob man davon leben kann – besonders wenn Frauen diesen Weg gehen. Das zeigt, wie tief wir alle, mich eingeschlossen, von einem kapitalistischen und patriarchalen System geprägt sind, das künstlerische Arbeit häufig entwertet. Aber ich möchte dir gern mitgeben, dass solche Aussagen für mich nicht unterstützend oder wertschätzend sind. Sie verletzen mich, auch wenn ich verstehe, woher sie kommen. Ich habe mich bewusst für diesen Beruf entschieden, und das war kein leichter Weg. Es braucht Mut, gegen die Normen zu gehen und den eigenen Weg zu finden – gerade in einer Gesellschaft, die uns oft erzählt, dass Stabilität und Sicherheit das Wichtigste sind. Doch ich bin stolz darauf, dass ich den Mut gefunden habe, in dieser Sache meinem Herzen zu folgen. Dieser Weg ist es für mich wert, auch wenn er Herausforderungen mit sich bringt. Ich wünsche mir, dass du dich für mich freuen kannst, dass ich diesen Schritt gehe. Wenn du mich unterstützen möchtest, dann frage mich gern, was mich an meiner Arbeit erfüllt oder welche Herausforderungen ich spannend finde. Wenn dir das nicht möglich ist, dann ist es für mich auch okay, wenn du solche Kommentare einfach weglässt.

 

Ich freue mich über echtes Interesse und aufbauende Fragen, die zeigen, dass du meine Entscheidung respektierst. Es tut gut, Menschen im Umfeld zu haben, die an einen glauben. Ich bin sicher, du möchtest auch, dass dein Weg respektiert wird – und ich wünsche mir, dass wir uns das gegenseitig schenken können.“

 

 

Warum diese Antwort?

 

  • Empathie: Sie zeigt, dass du das Verhalten der anderen Person einordnen kannst, aber klar machst, dass es trotzdem verletzend ist.

  • Grenzsetzung: Du erklärst, was du dir wünschst (echtes Interesse, Respekt) und was nicht akzeptabel ist (entwertende Kommentare).

  • Stolz und Mut: Sie betont, wie mutig und bewusst deine Entscheidung ist, was es schwieriger macht, diese abzuwerten.

  • Intersektionale Perspektive: Sie beleuchtet die strukturellen Mechanismen hinter solchen Kommentaren, ohne zu belehren.



Technische Klischees und Fragen

„Wie viele Megapixel hat deine Kamera?“ oder „Warum benutzt du keine Zoom-Objektive?“ – solche Kommentare hören wir immer wieder, oft von Männern. Was dabei auffällt: Diese Aussagen kommen meist nicht aus echtem Interesse, sondern wirken wie ein Versuch, uns zu belehren oder unsere Professionalität zu hinterfragen. Dahinter steckt oft Mansplaining – ein Verhalten, das tief im Patriarchat verwurzelt ist.

 

Bullshitbingo für Fotografen

Viele Männer, die diese Kommentare äußern, haben Fotografie als Hobby und investieren erhebliche Summen in ihre Ausrüstung. Das gibt ihnen das Gefühl, Expertise zu besitzen, auch wenn sie selbst keine professionelle Erfahrung haben. Frauen, die Fotografie hauptberuflich ausüben, werden durch diese technikfokussierten Fragen herabgesetzt um sich selbst zu erhöhen und uns in unserer Professionalität zu untergraben.

Statt unsere Expertise zu respektieren, wird der Fokus auf technische Details gelenkt, die angeblich „besser“ gemacht werden könnten. Dabei wird ignoriert, dass Fotografie keine Frage der Ausrüstung ist, sondern von Kreativität, Erfahrung und einem geschulten Auge lebt.

Es ist wichtig, diesen Dynamiken etwas entgegenzusetzen. Solche Kommentare zeigen, wie viel Arbeit wir noch vor uns haben, um solche patriarchalen Strukturen zu durchbrechen.

Was wir als FotografInnen nicht hören wollen und gute Antworten auf Bullshit Sätze

Bullshit Bingo Sätze die wir hören in Bezug auf Kamera Technik und Co.

  • “Die Kamera, mit der Sie fotografieren, hatte ich auch mal. Hab mir dann aber das Folgemodell geholt – die macht viel geilere Bilder!”

     

  • “Ich habe einen USB-Stick dabei, kannst du mir die Bilder nicht gleich draufziehen?”

     

  • “Daran, dass du nicht durch den Sucher fotografierst, sieht man gleich, dass du kein Profi bist.”

     

  • “Ist das eine Profi-Kamera? Die sieht gar nicht so groß aus.”

     

  • “Ich habe auch mal einen Fotokurs gemacht, daher weiß ich: Gegen das Licht sollte man nie fotografieren.”

     

  • “Wie viele Megapixel hat deine Kamera? Meine hat xx”

     

  • “Kannst du mir kurz erklären, wie ich meine Kamera einstellen muss? Ich komme mit der Blende und ISO nicht klar.”

     

  • “Mit den heutigen Handys braucht man doch keine teuren Kameras mehr.”

     

  • “Hast du auch eine Profi Makro Ausrüstung?” 
Bullshit Bingo für FotografInnen: Fotografin mit Kamera in Berlin

Mögliche Antworten bei Kommentaren zu Technik von Onkel Bob und Co

“Ich finde es spannend, dass technische Fragen bei kreativen Berufen oft so stark in den Vordergrund rücken. Es zeigt, wie tief verwurzelt der Gedanke ist, dass ‚die richtige Ausrüstung‘ oder Technik allein für Qualität verantwortlich ist. Das ist, als würde man einem Musiker sagen: ‚Das Stück klingt toll – dein Klavier muss fantastisch sein.‘ Natürlich ist die Kamera ein wichtiges Werkzeug, aber sie allein macht kein beeindruckendes Bild.

Ein Beispiel, das mich inspiriert: Viele Fotowettbewerbe haben mittlerweile Kategorien wie ‚Cellphone Only‘. Diese Bilder beweisen eindrucksvoll, dass es nicht die teuerste Kamera braucht, um großartige Kunst zu schaffen. Es ist die Vision der Fotografin oder des Fotografen, die zählt. 

Wenn du die Bilder in meinem Portfolio anschaust, dann siehst du nicht die Technik dahinter – du siehst Momente, Emotionen, Geschichten. Das ist das Herzstück der Fotografie. Licht, Komposition und der Blick für das Besondere entscheiden über die Qualität eines Fotos, nicht die Anzahl der Megapixel oder die Größe des Sensors.

Um das greifbarer zu machen: Ein Fotograf kann mit einer 50-Euro-Kamera ein besseres Bild machen als ein Laie mit einer 5000-Euro-Kamera, wenn er weiß, wie man das Licht nutzt, eine Szene gestaltet und die Technik meistert. Ebenso wie ein Spitzenkoch mit einem schlichten Messer mehr erreicht als jemand, der eine ganze Profiküche zur Verfügung hat, aber nicht weiß, wie man ein Gericht zubereitet.

Es ist doch unglaublich inspirierend, wie kreative Profis mit den kleinsten Mitteln atemberaubende Bilder schaffen können. Das zeigt, dass Fotografie vor allem eine Kunst ist – und die Kamera nur ein Teil davon.“

Falsche Komplimente, Mansplaining und Kleinmachen

„Deine Kamera macht ja super Fotos“ oder „Ich habe auch mal darüber nachgedacht, Hochzeiten zu fotografieren, da verdient man mehr“ scheinen auf den ersten Blick harmlos, doch sie haben eines gemeinsam: Sie nehmen uns die Anerkennung für unsere Arbeit und ignorieren unsere Expertise.

Statt echtes Interesse oder Wertschätzung zu zeigen, schieben sie unsere Leistung auf äußere Umstände – die Kamera, das Motiv – oder wollen uns ungefragt Tipps geben, wie wir unser Business „besser“ führen sollten.

 

Bullshit sätze die man als FotografIn hören muss

Das Problem liegt dabei nicht in der Idee an sich, sondern in der impliziten Überzeugung, dass sie – ohne unser Wissen, unsere Erfahrung oder einen wirklichen Einblick in unser Geschäft – bessere Entscheidungen für uns treffen könnten. Es zeigt, wie tief patriarchale Strukturen wirken, in denen Männer (oft ungefragt) ihre Meinung als wertvoller oder relevanter darstellen, besonders gegenüber Frauen in kreativen Berufen.

Solche Kommentare entwerten unsere langjährige Arbeit und unseren Erfolg. Sie machen nicht nur unsere Expertise klein, sondern positionieren uns in einer Rolle, in der wir uns angeblich „belehren“ lassen müssen – selbst von Menschen, die weder Erfahrung noch Wissen über unsere Arbeit haben.

  • “Hier ist es so schön, die Motive sind so schön, da kann man ja nur gute Fotos machen.”
  • “Ich geb dir mal einen Tipp, wie du das besser vermarkten kannst.”
  • “Mach da mal Postkarten draus, damit kannst du dein Einkommen verbessern.”
  • “Deine Kamera macht ja super Fotos.”
  • “Was hast du für eine Kamera? ich will auch solche Fotos machen wie du”
  • “Hast du mal darüber nachgedacht, Hochzeiten zu fotografieren? Damit verdient man doch mehr.”
  • “Du hast so ein schönes Hobby”
  • “Ich fotografiere auch gern (zeigt mir 1000 Fotos von Vögeln auf dem Handy)”
  • “Also mein Kumpel ist auch Hobbyfotograf”
Bullshitsätze die FotografInnen sich anhören müssen

Woran erkennt man echte Komplimente?

Empfehlungen für Familien FotografInnen

Ein echtes Kompliment hat eine wichtige Eigenschaft: Es beschreibt etwas Konkretes, das die Person, die es erhält, wirklich selbst beeinflusst hat. Es würdigt Fähigkeiten, Entscheidungen oder Leistungen, die auf der eigenen Arbeit beruhen – und nicht auf äußeren Umständen oder Zufällen.

 

Es unterscheidet sich deutlich von unspezifischen oder indirekten Aussagen wie „Hier kann ja jeder gute Fotos machen, die Umgebung ist so schön.“ Diese schieben den Erfolg auf äußere Faktoren und nehmen der Leistung ihre Tiefe.

Es unterscheidet sich deutlich von unspezifischen oder indirekten Aussagen wie „Hier kann ja jeder gute Fotos machen, die Umgebung ist so schön.“ Diese schieben den Erfolg auf äußere Faktoren und nehmen der Leistung ihre Tiefe.

Wenn ein „Kompliment“ stattdessen etwas anspricht, das die Person nicht selbst kontrollieren kann, wie „Deine Kamera macht ja tolle Bilder“, wird es schnell abwertend. Es gibt der Person nicht die Anerkennung, die sie verdient, sondern lenkt die Aufmerksamkeit weg von ihrer Leistung.

Sätze die wir als FotografInnen nicht hören möchten

Was man antworten kann bei falschen Komplimenten, Mansplaining und Kleinmachen 

„Ich habe festgestellt, dass in kreativen Berufen, besonders wenn Frauen sie ausüben, Menschen oft ungefragt Ratschläge geben oder Kommentare machen, die die Arbeit ‚leichter‘ oder ‚weniger wertvoll‘ wirken lassen. Es ist spannend, wie tief das gesellschaftliche Bild verankert ist, dass kreative Arbeit – und speziell die Arbeit von Frauen – mehr Hobby als Beruf sei.

Ich mache diesen Job seit Jahren erfolgreich und als Vollzeitberuf. Kommentare wie ‚Du solltest das anders vermarkten‘ oder ‚Hier ist es so schön, da kann ja jeder gute Fotos machen‘ suggerieren, dass meine Arbeit keine Expertise erfordert. Stell dir vor, ich würde dir vorschlagen, wie du deinen Beruf besser ausüben könntest, ohne mich jemals damit beschäftigt zu haben.“

 

Antwort zu falschen Komplimenten

 

„Auch bei Komplimenten merke ich oft, wie schwer es Menschen fällt, wirklich wertschätzend zu sein. Ein echtes Kompliment ist konkret und beschreibt etwas Positives, das eine Person bewirkt hat. Eines der schönsten Komplimente, das ich je bekommen habe, war: ‚Ich fühle mich so gesehen von mir auf den Fotos.‘ Das ist ein wunderschönes Feedback, weil es konkret und ehrlich ist und sich auf das bezieht, was ich aktiv bewirken konnte.

Ein unspezifisches ‚Kompliment‘ wie ‚Deine Kamera macht aber schöne Bilder‘ hingegen hebt eher den Sprechenden, nicht die Fotograf*in, weil es den Eindruck erweckt, dass die Technik die Arbeit leistet. Noch problematischer ist es, wenn das, was angeblich gelobt wird, gar nicht durch die Person beeinflusst werden kann, etwa: ‚Hier ist es so schön, da kann man nur gute Bilder machen.‘ Das ist kein Kompliment – und oft sogar eine Abwertung. Ist dir das schon einmal aufgefallen? Ich habe dazu ein Buch gelesen: Unlearn Patriarchy. Es erklärt, wie viele dieser Sätze unbewusst Abwertungen sind. Ich finde das total spannend – gerade merke ich, dass dein Kommentar mich klein fühlen lässt. Das fühlt sich für mich nicht schön an.

Ich wünsche mir, dass du mich fragst, was mich antreibt, oder Interesse an meiner Perspektive zeigst. Kommentare, die diese Leistung schmälern oder beiläufig abwerten, können verletzend sein – und ich glaube, das möchtest du eigentlich nicht.“

In unserem intensiven Online-Fotokurs über dokumentarische Familienfotografie, unterstützt von zwei führenden Familienfotografinnen, lernst du nicht nur die technischen Aspekte der Fotografie, sondern entwickelst auch ein tiefes Verständnis für die Kunst des Geschichtenerzählens durch Bilder. Hier wirst du:

  • Deine eigene künstlerische Bildsprache entwickeln und lernen, wie du Momente authentisch einfängst.
  • Praktische Erfahrung durch Bildbesprechungen sammeln, die deine Sichtweise schärfen und verbessern.
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