Analoge Fotografie, Erinnerungen und der eigene Blick – Interview mit Lisa Lange
Analoge Fotografie, Erinnerungen und ein eigener Blick: Fotografin Lisa Lange über Handwerk, Mutterschaft und die Kraft persönlicher Bilder.


Diejenigen von euch, die vor Jahren das Stern-TV Programm mit mir gesehen haben wissen, welche Preise ich vor zehn Jahren hatte.
Die Begeisterung hielt nur bis zum Ende des Jahres an, als ich erkannt hab, dass ich nach Steuern, Versicherungen und den nötigen Ausgaben nicht nur kein Geld verdient hatte, sondern sogar Geld verloren hatte.
Oft fragen uns die Teilnehmerinnen in unseren Online-Kursen wie wir sicherstellen, dass unsere Stammkunden uns auch weiterhin buchen, auch wenn wir unsere Preise erhöhen.
Die Wahrheit ist, dass einige Kunden nicht mehr zurückkommen, wenn wir die Preise erhöht haben. Manche schicken uns sogar Nachrichten wie “Boah, aber das Shooting kostet dieses Jahr mehr als vor vier Jahren!”
Andere werden ein bisschen traurig sein, dass sie uns nicht mehr als Fotografin buchen können (oder wollen).
Sie werden ihr Shooting buchen, vielleicht ihre Anzahl ein wenig reduzieren, aber sie werden sich darauf freuen, uns wiederzusehen um ihre Familiengeschichte zu dokumentieren
Diese Familien wissen und sehen, dass wir uns und unsere Kunst ständig weiterentwickeln, dass wir bei jedem Shooting versuchen, unser Bestes zu geben und dass die Fotos, die wir ihnen liefern, immer ein bisschen besser sind als die des Vorjahres.

Als ich die Familie auf dem Bild kennengelernt hab, habe ich als Assistentin eine Hochzeit in Magdeburg fotografiert. Die Frau war mit ihrem ersten Kind schwanger und hat mich gefragt ob ich ein paar Fotos von ihrem Babybauch machen könnte. Während sie sich in die klassischen Posen stellten, bekam ich einen kalten Schweißausbruch weil ich die Posen hasste, aber gleichzeitig hatte ich in diesem Moment keine Zeit, etwas Besseres zu tun.
Obwohl ich nicht in Berlin wohne. Trotz der Tatsache, dass meine Preise von Zeit zu Zeit steigen. Sie sind da. Und ich bin für sie da. Denn für sie ist es so, als würde ein Freundin/ein Freund sie besuchen kommen. Weil sich die Kinder nicht jedes Jahr an eine neue Fotografin gewöhnen müssen. Weil ich sie inzwischen kenne und daher weiß, was sie mögen und was sie auf ihren Fotos haben wollen. Und weil sie das Ergebnis unserer Treffen lieben.

Ein Teil in unserem Intensiv Onlinekurs für dokumentarische Familienfotografie ist es, die eigenen Preise anhand der eigenen Kosten zu berechnen.
Als ich Studentin war und in einer kleinen, sehr günstigen Wohnung gelebt habe und ausserdem das ganze Jahr zu jeder Tages und Nacht Zeit fotografieren konnte, waren das natürlich andere Voraussetzungen als jetzt als Mutter.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass fast alle meiner Familien Stammfamilien sind, die ich seit vielen Jahren fotografiere.
Hat sich die Qualität meiner fotografischen Arbeit erhalten oder verbessert?
Habe ich den Kundenservice zwischen mir und den Familien aufrechterhalten oder verbessert?
Habe ich zusätzliche Kosten in meinem Business?
Habe ich Produkte zu meinen Paketen hinzugefügt, die in den Endpreis einberechnet werden müssen?
Habe ich viele Shootings und kann ich nicht alle Familien fotografieren?
Kann ich es mir (zunächst) leisten, die Anzahl der Fotoshootings zu verringern, wenn ich meine Preise erhöhe?
Brauche ich eine Erhöhung der Einnahmen?
Und in meiner Erfahrung ist es nicht nur bei mir so, sondern auch bei allen anderen Fotografen KollegInnen: wenn du dich fragst, ob es Zeit ist, die Preise zu erhöhen, dann ist es schon längst Zeit! Ein Tipp ist, zum Jahreswechsel die Preise um 10% zu erhöhen. Du kannst die Preiserhöhung direkt nutzen um deinen Stammkunden zu schreiben, dass sie noch für den alten Preis ihr Shooting für das neue Jahr buchen können. So bekommst du mit deiner Preiserhöhung auch direkt neue Buchungen rein und deine Stammkunden freuen sich!
Ja, man kann von der Fotografie definitiv gut leben, aber es hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Der Erfolg als Fotograf beruht auf einer Kombination aus fotografischem Talent, Geschäftssinn und Marketingfähigkeiten. Ein wichtiger Aspekt ist das Verständnis des Marktes und das Wissen, wie man sich selbst und seine Arbeit effektiv vermarktet. Ich glaube, das ist einer der größten Fehleinschätzungen von angehenden Fotografen. Die Vorstellung, dass unser Job als Fotograf zu 80% aus Fotografieren und zu 20% aus Bildbearbeitung besteht. Nein, ein großer Teil des Jobs ist es, das eigene Fotografie Angebot sichtbar zu machen. Es reicht nicht, tolle Bilder zu machen. Die Menschen (und vor allem die richtigen Menschen) müssen davon wissen, dass sie uns für diese Bilder buchen können.

Auch die Spezialisierung auf eine bestimmte Nische kann zum Erfolg beitragen. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich zu spezialisieren, zum Beispiel auf dokumentarische Familienfotografie. Oder sogar noch weiter, wie zum Beispiel auf dokumentarische Familienfotografie im Wochenbett, dokumentarische Familienfotografie mit Teenagerkindern und so weiter.
Das Einkommen als selbstständiger Fotograf kann variieren, und es braucht oft Zeit und Ausdauer, um sich einen Namen zu machen.
In der Welt der Fotografie ist es wichtig, den Überblick über den Markt zu behalten. Das bedeutet, sich nicht nur auf deine eigenen Fähigkeiten und Angebote zu konzentrieren, sondern auch einen Blick auf die Preise in deiner Nische und Region zu werfen. Hier sind einige Tipps, wie du deine eigene Preisgestaltung mithilfe einer Marktanalyse optimieren kannst:
Starte damit, die Preise deiner Mitbewerber zu recherchieren. Welche Fotografen bieten ähnliche Dienstleistungen wie du an? Durchsuche deren Websites und sammle Informationen über ihre Preisstrukturen.
Achte darauf, dass du ähnliche Dienstleistungen miteinander vergleichst. Es bringt wenig, die Preise für Hochzeitsfotografie mit denen für Produktfotografie zu vergleichen, da die Anforderungen und der Wert unterschiedlich sind.
Bedenke auch den regionalen Aspekt. Preise können von Stadt zu Stadt und Land zu Land variieren. Wenn du in einer teureren Stadt arbeitest, könntest du in der Regel höhere Preise verlangen.
Achte darauf, ob die Konkurrenten, deren Preise du analysierst, über mehr Erfahrung oder einen besseren Ruf verfügen. Das kann ihre Preise beeinflussen.
Überlege, wie du deinen Kunden einen Mehrwert bieten kannst, der über den Preis hinausgeht. Das kann eine spezielle Technik, ein außergewöhnlicher Kundenservice oder einzigartige Extras sein.
Denke daran, dass die Preisgestaltung kein starres Konzept ist. Sie sollte sich im Laufe der Zeit anpassen, basierend auf Kundenfeedback, deinem eigenen Wachstum und den Markttrends.
Nachdem du die Preise deiner Mitbewerber analysiert hast, überlege, wo du dich in diesem Spektrum siehst. Bist du eher auf Qualität und Exklusivität aus oder möchtest du ein breiteres Publikum ansprechen?
Die Marktanalyse bietet dir einen wertvollen Rahmen, innerhalb dessen du deine eigenen Preise festlegen kannst. Sie hilft dir, wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig den Wert deiner Arbeit angemessen zu honorieren.

Wenn du das nächste Mal mit dabei sein möchtest um deine Preise richtig zu berechnen, damit du gut davon leben kannst und ausserdem, wie du so wie wir Menschen als deine Kunden hast, mit denen es eine Freude für dich ist, Zeit zu verbringen, dann komm auf die Warteliste damit du Kurs zum Frühbucherpreis buchen und den Portfolio Familienfotografie Vertrag als Bonus dazu bekommst!
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